Am 05. und 06. September 2026 verwandelt sich das LOGOI in der Jakobstraße 25a in Aachen in den Ort eines außergewöhnlichen Kultur- und Aufklärungsprojektes: „Womanhood – die Sichtbarkeit des Unsichtbaren“ macht Themen visuell sichtbar, die oft im Verborgenen bleiben.
Vier Aachener Künstlerinnen – Greta Minderjahn (Künstlerin und Kunsttherapeutin), Marie Kausen (Tätowiererin und Mitgründerin eines FLINTA*-freundlichen Tattoo-Studios), Marie Sophie Pauels (Designstudentin) und Alexandra Vent (medizinische Illustratorin & Dozentin) – haben es gemeinsam mit Linda Seyffart von der Aidshilfe Aachen e.V. initiiert.
Im Mittelpunkt stehen Weiblichkeit, Endometriose, Frauengesundheit, geschlechtsspezifische Gewalt, sexuelle Selbstbestimmung und Empowerment.
Neben einer Kunstausstellung bietet das Projekt auch Fachvorträge von diversen Referent*innen: Eva Schrödl spricht über weibliche Lust und Sexualität, Kathrin Reitz referiert zu „Psychosomatik für Frauen – Symptome verstehen, anstatt sie zu bekämpfen“, Natalie und Nora der Liane (ein Projekt der Wabe e.V.) informieren über ihre Arbeit mit Sexarbeiter*innen und Unterstützungsangebote. Die Aidshilfe Aachen ergänzt das Programm mit Expertise zu sexueller Gesundheit und Antidiskriminierung.
Die Idee zu dem Event entstand aus Gesprächen zwischen Greta Minderjahn und Linda Seyffart, die den Mangel an Sichtbarkeit für Frauenthemen im Alltag wiedererkennen. Gerade in einer Zeit, in der Gleichberechtigung und Gesundheit intensiv diskutiert werden, will auch „Womanhood“ einen Ort für respektvollen Austausch schaffen. Viele Erkrankungen, die für Frauen typisch sind, wie Endometriose, werden oft erst nach Jahren diagnostiziert, da Studien zu weiblicher Gesundheit unterrepräsentiert sind, bzw. der Fokus auf den biologischen Mann gelegt wird. Gewalt gegen Frauen bleibt unsichtbar, wird als „Beziehungstat gelabelt“ und viele artverwandte Themen sind zusätzlich für die Betroffenen mit Scham behaftet.
Das nicht-kommerzielle Projekt wird durch ehrenamtliches Engagement, Spenden und regionale Unterstützung finanziert. Einnahmen fließen in die Veranstaltung; Überschüsse und Teile der Kunstverkäufe gehen an ausgewählte Frauenorganisationen. „Womanhood“ setzt ein Zeichen für Sichtbarkeit, Solidarität und Zusammenhalt – und zeigt, dass Kunst Menschen verbinden und
Veränderungen anstoßen kann. Das Event möchte diese gegenwärtige Unsichtbarkeit durchbrechen und das Bewusstsein für die Lebensrealitäten ganz verschiedener Frauen stärken. Außerdem einen Raum der Begegnung schaffen, Frauen geführte Geschäfte und Marken unterstützen und Vielfalt, sowie Gleichberechtigung aller Menschen gemeinsam feiern.