#QUEER_FRIENDLY – Freundliche Orte in Aachen und Umgebung

von Barbara van Rey

In der Region Aachen leben schätzungsweise 35.000 queere Menschen. Ob beim Ausgehen, beim Sport oder im Beruf: Für die meisten von uns ist es wichtig zu wissen, an welchen Orten wir willkommen sind und uns sicher fühlen können – so wie wir sind und zusammen mit denen, die wir lieben. Bei manchen dieser Orte ist das offensichtlich, zum Beispiel beim Rainbow-Zentrum oder beim Queerreferat. Aber es gibt auch Orte, die für Unwissende nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind. Das will Rainbow zusammen mit den queeren Gruppen und Projekten in der Region ändern. Ob Kneipe, Sportverein, Laden, Kino, Jugendtreff oder Museum – Orte jeder Art, die queerfreundlich sind, sollen das zeigen können.

Ein „Gütesiegel“ schaffen

„Wir wollen mit #QUEER_FRIENDLY sozusagen ein Gütesiegel für Queerfreundlichkeit schaffen und so queeren Menschen ein Stück mehr Sicherheit und Lebensqualität geben“, so Andreas vom Rainbow-Vorstand. Am Anfang standen Überlegungen zum Konzept – welche Bausteine braucht es? „Von Anfang an war klar: Wir machen diese Orte sichtbar. Dazu wollen wir natürlich möglichst viele Orte finden, die sich als queerfreundlich verstehen. Und es brauchte möglichst nicht zu komplizierte Kriterien, mit denen wir das bewerten können.“ Schon früh gab es die Idee, eine „Awareness-Schulung“ anzubieten. Sie soll das Grundwissen über LGBTQIA+ Personen und -Gemeinschaften zu erweitern. Gleichzeitig geht es darum, die Sensibilität in Bezug auf sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und Geschlechtsmerkmale erhöhen.

Respektvoll miteinander umgehen

Der englische Begriff „Awareness“ taucht immer häufiger auf. Einige von euch fragen sich vielleicht, was das bedeutet. Übersetzt heißt er „Bewusstsein“ oder auch „Achtsamkeit“.  Inhaltlich steht im Zentrum, die Bedürfnisse und Grenzen anderer Menschen anzuerkennen, respektvoll miteinander umzugehen und so diskriminierende, gewaltvolle Verhältnisse zu minimieren. Die Awareness-Schulung, die Rainbow anbietet, will das fördern. „Es geht nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen: Du machst etwas falsch!“, betont Fiene,
die im Rainbow-Vorstand aktiv ist. „Die Schulung bietet Informationen dazu, wie an den verschiedenen Orten eine sichere Atmosphäre entstehen kann, in der sich Menschen in ihrer Verschiedenheit wohlfühlen können und persönliche Grenzen gewahrt werden.“

Der nächste Schritt: „Safer Places“

Aus der Sicht von Rainbow sind die queer freundlichen Orte ein wichtiger, aber nur ein erster Schritt. Im Blick hat der Vorstand die Frage, wie „safer places“ (deutsch: „sicherere Orte“) in Aachen und Umgebung geschaffen werden können. „Safer“ deswegen, weil nichts ist einhundert Prozent safe, also absolut sicher sein kann. Gemeint sind Orte, in denen Rassismus, Queer und Transfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus, Misogynie, Fettfeindlichkeit, Klassismus, Ableismus und alle anderen Formen von Diskriminierung keinen Platz haben. Diskriminierung und Übergriffe werden nicht geduldet. Wer sich dort unwohl fühlt, Diskriminierung erlebt oder sieht, kann sich an eine*n Ansprechpartner*in vor Ort wenden. Fiene will, dass es bald mehr solcher Orte gibt: „Das ist ein sehr hoher Anspruch, das wissen wir, aber das ist unser Ziel: Als Rainbow ein ‚safer place‘ werden und weitere finden!“ Ihr Vorstandskollege Markus sieht darin nicht nur eine positive Perspektive für queere Menschen, sondern für die ganze Gesellschaft: „Jeder queer freundliche Ort, jeder ‚safer place‘ bringt uns ein Stück weiter. Und Orte, die auf Respekt und Gemeinschaft bauen, kann unsere Gesellschaft insgesamt gut gebrauchen.“

 

Das zeichnet einen Ort aus der #QUEER_FRIENDLY

  • Queere Menschen sind ausdrücklich willkommen.
  • Diskriminierungen von vulnerablen Gruppen werden nicht geduldet und, wenn nötig, offensiv adressiert.
  • Ihr findet hier immer die aktuelle Ausgabe der D¡VA-Zeitung.
  • Mindestens eine*r der Beschäftigten nimmt an der Awareness-Schulung teil, die Rainbow e. V. regelmäßig anbietet.
  • Jetzt sind sie auch am #QUEER_FRIENDLY-Aufkleber am Eingang zu erkennen.

Wer sich als #QUEER_FRIENDLY sieht und noch nicht offiziell dabei ist, kann sich bei Rainbow melden. Alle Informationen gibt es HIER.

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